Stromtanken für Elektroautos wird einfach und transparent

  • Konsortium aus Allgäuer Überlandwerk, EBG, Sunhill technologies, TU Dortmund und Vodafone startet mit „sms&charge“
  • Bundeswirtschaftsministerium fördert Projekt für jedermann zugängliche elektromobile Ladeinfrastruktur  

Kempten, 12.06.2012. Gerade in einer touristisch stark frequentierten Region wie dem Allgäu macht Elektromobilität einen großen Unterschied: weniger Lärm, weniger CO2-Ausstoß bei gewohntem Fortbewegungskomfort eines Autos. Bislang problematisch war jedoch das 'Tanken', also das Wiederaufladen der Akkus der Elektroautos. Wie kann gewährleistet werden, dass ein flächendeckendes Netz an Ladepunkten vorhanden ist und an diesen auch sicher und ohne Vertragsbindung die Elektroautos aufgeladen werden können? Antworten und überzeugende Lösungen liefert jetzt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt 'sms&charge'. Um das Reservieren, Autorisieren und Bezahlen des Ladevorgangs ganz einfach und für jeden zugänglich zu machen, wird die Mobilfunktechnologie genutzt.

Seit 2010 beschäftigt sich ein Konsortium aus mittelständischen Spezialisten und Vodafone Deutschland mit dieser Thematik. Die Ladesäulen einschließlich der notwendigen Steuerungstechnologie stammen aus dem Hause EBG. Schon seit Jahrzehnten ist das Unternehmen aus Lünen marktführend im Bereich Energieverteilung im Freien. Die Ladestation complEo® war deshalb als erste für den praktischen Einsatz in diversen Pilotprojekten verfügbar. Das Know-how für mobilfunkgestützte Abrechnungssysteme sowie der komplette Bestellungs- und Kommunikationsvorgang mit allen Beteiligten stammen von sunhill technologies, einem Spezialisten für Mobile Payment, der unter anderem auch Zutrittslösungen und Handyparksysteme betreibt.

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW), einer der innovativsten regionalen Energieversorger, stellt seine im Projekt „eE-Tour Allgäu“ installierte Ladeinfrastruktur für den sms&charge Testbetrieb zur Verfügung. Seit 2010 nutzen Touristen und Einheimische mit ihren Elektroautos diese Ladesäulen. Die TU Dortmund begleitet das Projekt durch Feldstudien und die notwendigen wissenschaftlichen Auswertungen.  

Bezahlt wird das 'Stromtanken' ganz einfach und schnell per SMS. Vodafone Deutschland hat hierfür eine uneingeschränkte Verfügbarkeit realisiert. Ohne Registrierung kann an jeder Ladesäule mit einer SMS der Tankvorgang gestartet und bezahlt werden. Die Kosten für den Ladevorgang werden ganz einfach über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Das funktioniert unabhängig vom Mobilfunkanbieter und auch mit Prepaid-Handys lässt sich das System nutzen. Die vom Allgäuer Überlandwerk bereits seit 2010 installierten complEo®-Ladesäulen wurden auf die neue Technologie umgerüstet, so dass die Nutzer über eine Kurzwahlnummer mit jedem Handy die Ladesäule mit einer SMS für den Ladevorgang freischalten können. Eine weitere Besonderheit von sms&charge ist die Abrechnung nach Zeit. Wie beim Parken bezahlt der Fahrer also für den Zeitraum, in dem sein Auto an der Ladesäule steht, auch wenn der eigentliche Ladevorgang früher beendet wird. Der Vorteil: eine  eichpflichtige Messung und Abrechnung der Kilowattstunden wird überflüssig, und für den Betreiber der Säulen entfällt das Risiko, dass der Platz durch nicht-ladende Fahrzeuge blockiert wird (Pseudo-Lader).  

Die Ladesäulen sind mit einer „normalen“ Schukosteckdose oder auch mit einer Steckdose für den inzwischen für moderne Elektrofahrzeuge zum Standard gewordenen siebenpoligen Type 2 Stecker ausgerüstet. Vom Feldversuch erwartet das Konsortium noch klarere Einsichten in eine unkomplizierte Lade-Infrastruktur, die dazu beiträgt, die Ziele der Nationalen Plattform Elektromobilität zu unterstützen.

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